
Zusammenfassend:
- Der „Helm-Effekt“ entsteht durch stumpfe, harte Schnittkanten, die keine Bewegung zulassen.
- Point-Cutting ist eine Schneidetechnik, die gezielt Textur und Weichheit in die Spitzen bringt und so eine starre Form auflöst.
- Es geht nicht nur um den Schnitt, sondern um eine ganzheitliche „Finish-Strategie“: Die Wahl des richtigen Werkzeugs (Schere vs. Messer) und des passenden Styling-Produkts (Matte-Paste vs. Gel) ist entscheidend.
- Durch diese Technik wird das Haar zu einer flexiblen Skulptur, die sich bewegt und lebendig wirkt.
Jeder kennt es: Man kommt frisch vom Friseur, der neue Kurzhaarschnitt sitzt – aber irgendwie fühlt es sich an, als hätte man einen Helm auf. Jede Strähne liegt akkurat an ihrem Platz, doch von Lässigkeit und Bewegung keine Spur. Das ist der Moment, in dem die meisten zu Hause verzweifelt versuchen, mit den Fingern etwas Chaos in die Frisur zu bringen. Der gängige Rat lautet dann oft, man bräuchte einfach nur „mehr Stufen“ oder das Haar müsse „stärker ausgedünnt“ werden. Doch das ist nur die halbe Wahrheit und kratzt lediglich an der Oberfläche des Problems.
Die wahre Ursache für einen starren Look sind harte, stumpf geschnittene Kanten. Sie bilden eine kompakte Masse ohne innere Struktur. Die Lösung ist daher keine Frage der Haarlänge, sondern eine Frage der Technik. Und hier kommt der Game-Changer für alle Kurzhaarfransuren ins Spiel: das Point-Cutting, von uns Stylisten auch liebevoll „Pointen“ genannt. Doch was, wenn die wahre Kunst nicht darin besteht, Haare einfach nur zu entfernen, sondern sie bewusst zu formen und zu modellieren? Was, wenn der perfekte Schnitt mehr mit Architektur und Bildhauerei zu tun hat als mit bloßem Kürzen?
Genau hier setzt unsere Philosophie an. Point-Cutting ist keine simple Technik, sondern das Fundament einer modernen Haar-Architektur. Es geht darum, durch präzise, vertikale Schnitte in die Haarspitzen eine unsichtbare Struktur zu schaffen, die für Bewegung, Textur und visuelle Leichtigkeit sorgt. Es ist die Kunst, dem Haar einen „Bewegungs-Impuls“ zu geben, damit es nicht gegen, sondern mit dir lebt. Dieser Artikel ist dein Insider-Guide. Wir entschlüsseln, warum diese Technik so entscheidend ist, welches Werkzeug für dein Haar geeignet ist, wie du den Look zu Hause perfektionierst und warum dein Sneaker mehr mit deinem Haarschnitt zu tun hat, als du denkst.
Dieser Leitfaden führt Sie durch alle Aspekte des Point-Cuttings, von den grundlegenden Techniken bis hin zur perfekten Abstimmung auf Ihre Gesichtsform. Entdecken Sie, wie Sie den gefürchteten Helm-Look für immer vermeiden können.
Inhaltsverzeichnis: Schluss mit dem Helm! Ihr Guide zum perfekt texturierten Kurzhaarschnitt
- Warum müssen Sie beim Pixie alle 4 Wochen zum Friseur und wie teuer ist das?
- Warum sieht der zottelige Shag nur mit stark ausgedünnten Spitzen gut aus?
- Wann sollte der Friseur zum Rasiermesser greifen und bei welchem Haartyp ist es ein Tabu?
- Warum stehen feine Spitzen bei Regen ab und welches Wachs bändigt sie?
- Matt-Paste oder Gel: Welches Finish passt zum fransigen Look?
- Wem steht die Schulterlänge und warum ist sie der sicherste Einstieg in kurze Haare?
- High-Top oder Low-Cut: Welcher Sneaker verkürzt das Bein unter der Anzughose nicht optisch?
- Rund, oval oder eckig: Welcher Haarschnitt gleicht Ihre Gesichtszüge optisch aus?
Warum müssen Sie beim Pixie alle 4 Wochen zum Friseur und wie teuer ist das?
Ein perfekt texturierter Pixie-Cut ist das Statement für einen modernen, selbstbewussten Look. Doch diese Präzision hat ihren Preis – und zwar in Form von Zeit. Ein durch Point-Cutting geformter Schnitt ist eine filigrane Skulptur. Sobald das Haar wächst, verschiebt sich die Balance. Die sorgfältig gesetzten texturierten Spitzen wachsen heraus, die klaren Linien am Nacken und an den Ohren verwischen, und die Leichtigkeit weicht einer kompakten Form. Der „Helm“ droht zurückzukehren.
Deshalb ist die goldene Regel für einen makellosen Pixie ein Friseurbesuch alle vier bis sechs Wochen. Ein Experte bestätigt, dass man für einen gepflegten Look alle 4-6 Wochen zum Nachschneiden kommen sollte. Das erhält nicht nur die Form, sondern auch den „Bewegungs-Impuls“, der den Schnitt lebendig macht. Die Kosten für einen Damen-Kurzhaarschnitt in Deutschland variieren stark je nach Stadt und Salon, liegen aber meist zwischen 40 und 80 Euro.
Um diese Kosten zu managen, haben einige innovative Salons in Deutschland eine smarte Lösung entwickelt. Sie bieten spezielle Abo-Modelle oder „Konturen-Services“ für Kurzhaarkunden an. Dabei werden zwischen den kompletten Schnittterminen zu einem reduzierten Preis nur die Konturen am Nacken und um die Ohren nachgeschnitten. Dieses Modell ist ideal, da ein durch Point-Cutting veredelter Pixie oft weicher und weniger kantig nachwächst, wodurch die Grundform länger erhalten bleibt. Es ist eine clevere Investition in die Langlebigkeit Ihrer persönlichen Haar-Architektur.
Letztendlich ist die regelmäßige Pflege der Schlüssel, um die Leichtigkeit und Definition zu bewahren, die einen guten Pixie ausmachen. Es ist weniger eine lästige Pflicht als vielmehr eine kontinuierliche Investition in Ihren persönlichen Stil.
Warum sieht der zottelige Shag nur mit stark ausgedünnten Spitzen gut aus?
Während der Pixie von präziser Kompaktheit lebt, ist der Shag sein rebellischer Gegenentwurf. Sein gesamter Charakter basiert auf sichtbarer Stufung, wilder Textur und einer gewollten Unordnung. Ein Shag mit stumpfen, vollen Spitzen wäre ein Widerspruch in sich – es wäre wie ein Rockstar in einem gebügelten Anzug. Die Magie des Shags entfaltet sich erst durch die radikale visuelle Entlastung der Spitzen, die durch Point-Cutting oder sogar den Einsatz eines Rasiermessers erreicht wird.

Diese ausgedünnten Spitzen sorgen dafür, dass die einzelnen Stufen nicht als schwere Blöcke aufeinanderliegen, sondern sich voneinander lösen und ineinandergreifen. Sie erzeugen jene federleichte Textur, die bei jeder Bewegung mitspielt. Wie Trendfrisuren-Experten treffend formulieren: „Im Gegensatz zur kompakten Form eines Pixies, lebt der Shag von Bewegung und der sichtbaren Trennung der Stufen“. Genau diese Trennung wird durch das Pointen ermöglicht.
Für den perfekten zotteligen Look kombinieren Stylisten oft verschiedene Techniken. Mit Point-Cutting wird eine weiche Grundtextur geschaffen. Das Slide-Cutting, bei dem die Schere gleitend durch das Haar geführt wird, erzeugt fließende Übergänge zwischen den Längen. Bei sehr dickem Haar kann sogar das Rasiermesser zum Einsatz kommen, um eine extrem fransige, fast schon zerrupfte Optik zu erzielen. Wer Inspiration sucht, sollte auf Instagram die Profile deutscher Top-Stylisten nach Begriffen wie „Wolf Cut“ oder „Modern Shag“ durchsuchen – dort zeigt sich die Kunst des texturierten Schnitts in Perfektion.
Letztlich ist der Shag eine Ode an die kontrollierte Imperfektion. Die stark ausgedünnten Spitzen sind kein Makel, sondern das wesentliche Designelement, das dem Schnitt seine Seele und seinen charakteristischen, unangestrengten Vibe verleiht.
Wann sollte der Friseur zum Rasiermesser greifen und bei welchem Haartyp ist es ein Tabu?
Die Wahl des Werkzeugs ist für uns Stylisten wie die Wahl des Pinsels für einen Maler. Sie entscheidet über Textur, Finish und das gesamte Gefühl eines Haarschnitts. Die beiden Hauptakteure im Kampf gegen den Helm-Look sind die Schere (fürs Point-Cutting) und das Rasiermesser. Doch der Griff zum Messer ist eine heikle Entscheidung, die viel Erfahrung und eine genaue Haaranalyse erfordert, besonders in unserem Klima.
Das Rasiermesser erzeugt den extremsten fransigen Look. Es schneidet das Haar nicht sauber ab, sondern schabt es in einem spitzen Winkel ab, wodurch eine sehr weiche, verjüngte Spitze entsteht. Dieser Effekt ist ideal für dicke, robuste und gesunde Haare, um Masse zu reduzieren und eine fast fließende Textur zu schaffen, wie sie bei manchen Shag-Varianten erwünscht ist. Bei feinem, blondiertem oder zu Frizz neigendem Haar ist das Rasiermesser jedoch ein absolutes Tabu. Die Klinge raut die Schuppenschicht des Haares auf, was es anfälliger für Feuchtigkeit macht. Angesichts der oft höheren Luftfeuchtigkeit in vielen Teilen Deutschlands würde dies Frizz unkontrollierbar machen und das Haar strohig und kaputt aussehen lassen.
| Technik | Schere (Point-Cutting) | Rasiermesser |
|---|---|---|
| Haarspitze | Chippt/schneidet präzise | Rasiert und verjüngt |
| Schuppenschicht | Bleibt intakt | Kann aufgeraut werden |
| Geeignet für | Alle Haartypen | Nur dickes, gesundes Haar |
| Tabu bei | – | Feines, blondiertes, Frizz-anfälliges Haar |
Point-Cutting mit der Schere ist die universelle und sichere Methode. Hierbei wird die Spitze des Haares präzise „angechippt“, ohne die Haarstruktur zu verletzen. Diese Technik ermöglicht eine absolute Silhouetten-Kontrolle für jeden Haartyp und ist die Grundlage für fast alle modernen Kurzhaarfrisuren. Ein guter Stylist wird immer zuerst die Haarqualität prüfen und nur dann zum Messer greifen, wenn es der Look erfordert und das Haar es zulässt.
Fragen Sie Ihren Friseur also gezielt, welche Technik er anwendet und warum. Ein echter Profi wird Ihnen die Entscheidung transparent erklären und sie auf Ihren individuellen Haartyp und Lebensstil abstimmen.
Warum stehen feine Spitzen bei Regen ab und welches Wachs bändigt sie?
Dieses Phänomen kennt jede Frau mit einem texturierten Schnitt: Kaum fallen die ersten Regentropfen, schon beginnen die sorgfältig gestylten, fransigen Spitzen ein Eigenleben zu führen und kräuseln sich in alle Richtungen. Der Grund dafür ist reine Physik. Wie eine Haarstruktur-Expertin erklärt, legen stark ausgedünnte oder mit dem Rasiermesser geschnittene Spitzen eine größere Oberfläche der inneren Haarstruktur frei. Diese innere Schicht, der Cortex, saugt Feuchtigkeit aus der Luft wie ein Schwamm auf, quillt ungleichmäßig auf und führt zu Frizz.
Die Lösung liegt in der richtigen Finish-Strategie: Die Haarspitze muss versiegelt und gleichzeitig beschwert werden, um sie zu bändigen. Hier kommen Styling-Produkte ins Spiel, aber nicht jedes Produkt ist geeignet. Ein leichtes Haarspray würde sofort verpuffen. Stattdessen braucht es eine gezielte Produktauswahl:
- Primer verwenden: Tragen Sie nach dem Waschen einen Leave-in-Conditioner auf. Er wirkt wie ein Primer, spendet Feuchtigkeit und bildet eine erste Schutzschicht.
- Spitzen versiegeln: Ein silikonhaltiges Serum, nur in den äußersten Spitzen verteilt, kann die Haaroberfläche effektiv versiegeln und das Eindringen von Feuchtigkeit blockieren. Hier gilt: Weniger ist mehr.
- Gewicht und Bündelung: Ein mattes Ton-Wachs ist der Held bei Frizz-anfälligen Spitzen. Es beschwert das Haar leicht, ohne es fettig aussehen zu lassen, und bündelt die feinen Strähnen zu definierten Partien. Verreiben Sie eine winzige Menge zwischen den Fingerspitzen und zupfen Sie die Spitzen gezielt in Form.
- Leichte Alternativen: Bei sehr feinem Haar kann ein schweres Wachs zu viel sein. Hier sind leichte Creme-Pasten die bessere Wahl, da sie Kontrolle geben, ohne das Haar platt zu drücken.
Der Schlüssel liegt darin, eine Barriere gegen die Luftfeuchtigkeit aufzubauen. Durch die richtige Kombination aus Versiegelung und kontrolliertem Gewicht bleiben die architektonischen Details Ihres Schnitts auch bei typisch deutschem Schmuddelwetter erhalten und die Spitzen unter Kontrolle.
Experimentieren Sie mit kleinen Mengen verschiedener Produkte, um herauszufinden, welche Kombination für Ihre Haarstruktur am besten funktioniert und Ihren Look bei jedem Wetter schützt.
Matt-Paste oder Gel: Welches Finish passt zum fransigen Look?
Der Schnitt ist die Architektur, das Styling ist die Inneneinrichtung. Und hier entscheidet die Wahl des Produkts über den gesamten Charakter des Looks. Die Frage „Matt-Paste oder Gel?“ ist keine reine Geschmackssache, sondern eine stilistische Grundsatzentscheidung. Während Gel in den 90ern und frühen 2000ern für den Wet-Look dominierte, gehört die Bühne heute ganz klar den matten Produkten.

Der ideale moderne fransige Look, sei es ein Pixie oder ein Shag, strebt nach dem sogenannten „Second-Day-Hair“-Effekt. Er soll nicht aussehen wie frisch gestylt, sondern wie „Haare vom Vortag, nur besser“ – lässig, texturiert und lebendig. Genau diesen Effekt erzielen Matt-Pasten, Ton-Erden (Clay) und Textursprays. Sie verleihen Griffigkeit und Definition, ohne das Haar zu verkleben oder ihm einen künstlichen Glanz zu geben. Dieser Look ist in der deutschen Modeszene, besonders bei Styles wie dem Shaggy Pixie, extrem beliebt, weil er unangestrengte Coolness ausstrahlt.
Gel hingegen bündelt die Haare zu starren, glänzenden Strähnen. Das zerstört die durch Point-Cutting mühsam geschaffene Weichheit und den federleichten Charakter. Der Look wirkt schnell hart und datiert. Gel hat seine Berechtigung bei sehr akkuraten, androgynen oder formalen Styles, aber für den angestrebten fransigen, bewegten Look ist es kontraproduktiv. Matt-Paste hingegen unterstützt den Bewegungs-Impuls des Schnitts, da die Haare flexibel bleiben.
Bei der Produktauswahl lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. In einem Test von Haargelen und Wachsen hat Öko-Test vor allem Naturkosmetik-Produkte positiv bewertet, von denen viele auf Bienenwachs oder pflanzlichen Wachsen basieren und oft ein natürlich mattes Finish erzielen. Dies zeigt, dass gute Qualität und ein modernes Styling-Ergebnis Hand in Hand gehen können.
Greifen Sie also zur Matt-Paste, um die Textur Ihres Schnitts zu betonen und ihm Leben einzuhauchen. Ein Hauch von Produkt, in den Handflächen erwärmt und ins trockene Haar geknetet, ist alles, was Sie für den perfekten, modernen Undone-Look brauchen.
Wem steht die Schulterlänge und warum ist sie der sicherste Einstieg in kurze Haare?
Der Wunsch nach einer radikalen Veränderung ist da, aber der Mut für einen Pixie fehlt noch? Willkommen beim schulterlangen Haarschnitt – dem diplomatischsten und sichersten Weg in die Welt der kurzen Haare. Diese Länge, oft als Long Bob (Lob) bezeichnet, ist ein wahrer Alleskönner. Sie schmeichelt nahezu jeder Gesichtsform und jedem Haartyp und bietet gleichzeitig die psychologische Sicherheit einer „Rückfalloption“. Wie eine Friseurmeisterin es auf den Punkt bringt: „Schulterlänge ist der sicherste Einstieg, weil sie noch genügend Länge für einen Zopf lässt.“
Diese Möglichkeit, die Haare an einem „Bad Hair Day“ einfach zusammenbinden zu können, nimmt vielen die Angst vor dem großen Schritt. Doch der wahre strategische Vorteil liegt woanders: Schulterlanges Haar ist die perfekte Leinwand, um die Prinzipien der Haar-Architektur bereits im Kleinen zu erproben. Hier kann der Stylist schon beginnen, mit Point-Cutting sanfte Stufen und eine weiche Grundtextur einzuarbeiten. Man gewöhnt sich an das Gefühl von mehr Bewegung und Leichtigkeit, ohne direkt die gesamte Länge zu opfern.
Für alle, die den schrittweisen Übergang wagen wollen, gibt es eine bewährte Methode, die wir Stylisten die „Regel der drei Fingerbreiten“ nennen. Sie dient als eine Art Fahrplan, um sich langsam und kontrolliert an die neue Kürze heranzutasten.
Ihre Roadmap zum perfekten Übergang
- Ausgangspunkt definieren: Dokumentieren Sie gemeinsam mit Ihrem Stylisten die aktuelle Länge, Haarstruktur und den Zustand Ihrer Spitzen. Dies ist die Basis für alle weiteren Schritte.
- Ziele visualisieren: Legen Sie Ihre finale Wunschfrisur (z. B. Bob, Pixie) fest. Visualisieren Sie die Zwischenschritte und besprechen Sie, welche Formen auf dem Weg dorthin möglich sind.
- Konsistenz prüfen: Halten Sie sich an einen festen Rhythmus. Gehen Sie alle 8-10 Wochen zum Friseur und lassen Sie pro Besuch konsequent nicht mehr als maximal drei Finger breit kürzen.
- Textur bewerten: Bitten Sie Ihren Stylisten, von Anfang an Point-Cutting einzusetzen. So wird die spätere, kürzere Form bereits in der Textur vorbereitet und der Übergang wirkt harmonischer.
- Integrationsplan erstellen: Planen Sie nach jedem Schnitt direkt den nächsten Termin. Besprechen Sie die Längenentwicklung und passen Sie den Plan bei Bedarf an, um die Silhouette kontinuierlich zu optimieren.
Der schulterlange Schnitt ist also mehr als nur ein Kompromiss. Er ist ein strategischer Zwischenstopp, ein Trainingslager für kurzes Haar, das Selbstvertrauen schafft und den Weg für den mutigen, finalen Schnitt ebnet.
High-Top oder Low-Cut: Welcher Sneaker verkürzt das Bein unter der Anzughose nicht optisch?
Haar-Architektur endet nicht am Hals. Die Prinzipien von Linie, Proportion und Silhouette, die wir beim Haarschnitt anwenden, lassen sich 1:1 auf das gesamte Styling übertragen. Ein perfektes Beispiel ist die Wahl des richtigen Sneakers zur Anzughose – eine Kombination, die gerade in der kreativen Arbeitswelt deutscher Start-ups und Agenturen zum Standard geworden ist.
Hier begegnet uns wieder die gefürchtete „Helm-Metapher“, nur eben am Fuß. Ein High-Top-Sneaker, der über den Knöchel reicht, erzeugt unter einer schmal geschnittenen Hose einen harten, optischen Bruch. Er wirkt wie ein massiver Block, der die vertikale Linie des Beins abrupt stoppt und es dadurch optisch verkürzt. Es ist derselbe Effekt wie bei einem stumpf geschnittenen Bob, der eine harte Kante am Kinn bildet und den Hals kürzer wirken lässt.
Die Lösung ist das modische Äquivalent zum Point-Cutting: der Low-Cut-Sneaker. Wie ein Insider aus der deutschen Start-up-Szene bemerkt, ist der weiße Leder-Low-Cut der De-facto-Standard, „weil er Eleganz und Lässigkeit perfekt ausbalanciert, ohne die Silhouette zu stören“. Er legt den Knöchel frei und schafft so einen weicheren, nahtlosen Übergang vom Hosenbein zum Schuh. Die optische Linie wird verlängert, das Bein wirkt schlanker und länger. Low-Cut-Sneaker sorgen für dieselbe visuelle Entlastung am Knöchel, die Point-Cutting am Haaransatz bewirkt.
Diese Analogie zeigt, wie wichtig die Silhouetten-Kontrolle für den gesamten Look ist. Ein texturierter, fransiger Haarschnitt, der den Hals weich umspielt, und ein Low-Cut-Sneaker, der den Knöchel freigibt, verfolgen dasselbe Ziel: Sie brechen harte Linien auf, schaffen fließende Übergänge und sorgen für eine harmonische, gestreckte Gesamterscheinung. Es geht darum, visuelle Stopps zu vermeiden und stattdessen einen durchgehenden Flow zu kreieren.
Achten Sie also beim nächsten Mal nicht nur auf Ihren Kopf, sondern auch auf Ihre Füße. Ein stimmiger Look ist eine Komposition aus vielen Details, die alle dieselbe Sprache sprechen: die Sprache der modernen, fließenden Silhouette.
Das Wichtigste in Kürze
- Point-Cutting ist keine Kürzung, sondern eine gezielte Technik zur Schaffung von Textur und Bewegung, um einen starren „Helm-Look“ zu vermeiden.
- Die Wahl des richtigen Werkzeugs ist entscheidend: Die Schere ist der Allrounder, das Rasiermesser ist nur für dickes, gesundes Haar geeignet, da es in Deutschlands feuchtem Klima sonst zu Frizz führen kann.
- Das Styling vollendet den Schnitt: Matte Pasten und Tone sind ideal für den modernen „Second-Day-Hair“-Effekt, während Gel die geschaffene Weichheit zerstört.
Rund, oval oder eckig: Welcher Haarschnitt gleicht Ihre Gesichtszüge optisch aus?
Die ultimative Meisterschaft in der Haar-Architektur liegt in der Personalisierung. Point-Cutting ist nicht nur eine Technik, um einen Helm-Effekt zu vermeiden, sondern das intelligenteste Werkzeug, um einen Haarschnitt perfekt an die individuelle Gesichtsform anzupassen. Es geht darum, durch gezieltes Setzen von Volumen oder visueller Entlastung eine optische Harmonie herzustellen und die Vorzüge des Gesichts zu betonen.
Jede Gesichtsform hat ihre eigene Geometrie und erfordert eine spezifische Strategie, um die Silhouette auszubalancieren. Ein ovales Gesicht gilt als ideal, da es von Natur aus ausgewogen ist und nahezu jede Variante eines texturierten Schnitts tragen kann. Bei anderen Formen wird Point-Cutting zum strategischen Korrektiv.
| Gesichtsform | Point-Cutting-Strategie | Effekt |
|---|---|---|
| Eckig | Deep Point-Cutting auf Kieferhöhe | Bricht harte Linien optisch auf |
| Rund | Vertikale längere Strähnen vorne | Streckt das Gesicht optisch |
| Oval | Flexibel alle Techniken möglich | Harmoniert mit jeder Variante |
| Herzförmig | Volumen am Oberkopf | Balance zwischen Stirn und Kinn |
Bei einem eckigen Gesicht mit markanter Kieferpartie wird „Deep Point-Cutting“ (tiefere, vertikale Schnitte) gezielt auf dieser Höhe eingesetzt, um die harten Linien weicher erscheinen zu lassen. Für ein rundes Gesicht hingegen werden längere, pointierte Strähnen im vorderen Bereich belassen, die das Gesicht umrahmen und es optisch strecken. Bei einem herzförmigen Gesicht mit breiter Stirn und schmalem Kinn wird das Point-Cutting genutzt, um am Oberkopf gezielt Volumen zu schaffen und so eine Balance herzustellen.
Dabei ist die Betrachtung nicht auf die Frontansicht beschränkt. Wie ein Styling-Experte betont, wird „Point-Cutting verwendet, um am Hinterkopf Volumen und Form zu schaffen, was für die Gesamtbalance der Silhouette genauso wichtig ist“. Ein flacher Hinterkopf kann durch diese Technik optisch angehoben werden, was dem gesamten Profil mehr Dynamik verleiht. Es ist ein dreidimensionales Arbeiten, das den Kopf als ganze Skulptur begreift.
Sprechen Sie mit Ihrem Stylisten offen über Ihre Gesichtsform und was Sie betonen oder kaschieren möchten. Der perfekte, fransige Kurzhaarschnitt ist keine Standardlösung, sondern ein maßgeschneidertes Kunstwerk, das durch den intelligenten Einsatz von Point-Cutting Ihre individuelle Schönheit unterstreicht.